Jobangebot Vertrieb annehmen: 30 Fragen für die richtige Beurteilung

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Als Kandidat beantworten Sie in der Regel Fragen während eines Vorstellungsgesprächs. Um jedoch zu eruieren, ob Sie ein Jobangebot im technischen Vertrieb tatsächlich annehmen oder nicht, sollten Sie eigene Fragen für Vorstellungsgespräch – sei es im technischen Vertrieb oder technischen Außendienst – formulieren und beantworten lassen. Um den Erfolg in einer neuen Vertriebsrolle im technischen Vertrieb oder als Vertriebsingenieur zu garantieren und sicherzustellen, dass es sich um den richtigen Karriereschritt handelt, ist diese detaillierte Auseinandersetzung mit dem Stellenangebot von großer Bedeutung. Hier sind 30 Fragen, zu denen Sie die Antworten kennen sollten, bevor Sie ein neues Stellenangebot als Vertriebsingenieur:in annehmen.

Passt diese Rolle wirklich zu Ihnen?

Gerade erst habe ich einen Anruf von einem ehemaligen Kandidaten aus meiner Zeit als Personalberater erhalten, der mit mir über eine Jobmöglichkeit sprechen wollte und vor allem darüber, wie er die Chance realistisch einschätzen soll. So groß die Chancen einer Veränderung sein mögen, kann mit jedem Wechsel ein Risiko verbunden sein, das man als professionelle(r) Vertriebsingenieur:in stark reduzieren kann.

Aus diesem Grund habe ich die besten Fragen, die mir hunderten von Tiefen-Interviews von Vertriebsingenieuren:innen und technischen Vertriebsmitarbeitern:innen gestellt worden, als Hilfestellung zusammengetragen, die jeder der sich in einem Bewerbungsprozess befindet, fragen sollte, bevor er ein neues Stellenangebot annimmt.

30 Fragen, die Sie (sich) stellen sollten, bevor Sie ein Jobangebot im Vertrieb annehmen

Jede Frage können Sie auf einer Skala von eins bis fünf bezüglich Ihrer persönlichen Wichtigkeit bewerten, wobei eine Rangfolge von eins bedeutet, dass die Frage von geringerer Bedeutung ist, während eine Rangfolge von fünf bedeutet, dass die Frage eine hohe Priorität hat. Viele der Fragen sollten Sie anhand eigener Recherche versuchen zu beantworten, bevor Sie überhaupt in einen zeitaufwendigen Auswahlprozess einsteigen. Seiten wie Glassdoor, ehemalige Kollegen beim potentiellen Arbeitgeber, Geschäftsberichte, soziale Netzwerke hier vor allem LinkedIn bieten hier die besten Möglichkeiten, einen fundierten Eindruck zu gewinnen. Im Grunde übertragen Sie den Recherche-Prozess, den Sie für Ihre Kunden anwenden, auf den Bewerbungsprozess.

Ein weiser Mann kann mehr aus einer dummen Frage lernen, als ein Idiot aus einer weisen Frage.

Bruce Lee

15 Fragen die Sie vorab recherchieren sollten

  1. Wie sieht die Strategie Ihres potentiellen neuen Arbeitgebers aus?
  2. Warum gewinnen sie im Vertriebsumfeld?
  3. Wie stark ist das Marketing?
  4. Habe ich die nötige Erfahrung, um den Job zu machen? Weiß ich, was bereits getan werden muss, um das Problem zu beheben?
  5. Wie ist die Cashflow-Situation?
  6. In welchem Marktumfeld befindet sich das Unternehmen? Wachstum? Begrenzt?
  7. Welche Nische haben sie auf dem Markt?
  8. Welche Rolle nehmen sie in ihrem Markt ein? Dominant? Herausforderer? Unbedeutend?
  9. Sind sie Technologieführer?
  10. Wie sehen die Eigentumsverhältnisse aus? Inhabergeführt? öffentliches Kapital? AG? Beteiligungsgesellschaft? Zu einem Großkonzern angehörig?
  11. Wie ist die Umsatzentwicklung der letzten 3 Jahre?
  12. Wie sieht die Profitabilität aus?
  13. Was ist das Risiko für meine Karriere, wenn dieser Schritt nicht klappt?
  14. Handelt es sich um ein Qualitätsunternehmen?
  15. Was macht sie einzigartig? Spüre ich eine Leidenschaft für ihr Geschäft?

Wer nicht fragt, bekommt auch nicht.

Stevie Wonder

15 Fragen die Sie im Interview klären sollten

  1. Wie werden auf Ebene der Geschäftsführung Entscheidungen getroffen?
  2. War die aktuelle Geschäftsführung erfolgreich?
  3. Was ist mit dem bisherigen Stelleninhaber geschehen? Warum hat er das Unternehmen verlassen?
  4. Passt die Unternehmenskultur zu Ihnen? Wie ist die Einstellung des mittleren Management Teams/ der Vertriebsleitung?
  5. Welche Arten von Berichtswesen gibt es? Wie eng und detailliert managen sie ihr Geschäft?
  6. Wie sieht die Leistungsfähigkeit der bestehenden Vertriebsmannschaft aus?
  7. Wie gut ist die externe Kommunikation der Geschäftsführung?
  8. Was sieht das angestrebte Endszenario aus? Unternehmensverkauf? Kauf anderer Unternehmen?
  9. Welche Unterstützung kann ich erwarten?
  10. Welche Fluktuation gab es bereits bei dieser Vakanz und im gesamten Unternehmen?
  11. An wen berichtet die Position (Titel)?
  12. Wie lange ist diese Person bereits im Unternehmen tätig?
  13. Wird diese Person mir helfen, meine Fähigkeiten und meine Karriere voranzutreiben?
  14. Wie hoch ist die Erfolgswahrscheinlichkeit?
  15. Sind sie ernsthaft an mir interessiert?

Fazit

In meiner langjährigen Vertriebslaufbahn habe ich viele großartige Kollegen, Kunden und Kandidaten gesehen, die die falsche berufliche Gelegenheit genutzt haben. Die ursprünglich herausragende Chance hat sich als Sackgasse herausgestellt, die man mit etwas Recherche hätte vermeiden können. Wenn man frühzeitig einen Kurswechsel vornimmt, lässt sich der Schaden für Ihre Karriere schnell beheben. Um wirklich nachhaltig erfolgreich zu sein, müssen Arbeitgeber und Arbeitnehmer sowohl aus beruflicher Sicht als auch aus emotionaler Sicht aufeinander zusammen passen. Aus diesem Grund hilft in Bewerbungsprozessen keine Schönfärberei von beiden Seiten. Sie als Verantwortlicher für Ihrer Karriere müssen auch die unangenehmen Fragen stellen – die Gefahr in Kauf nehmend die Chancen auf das Stellenangebot zu verschlechtern – bevor Sie ein Jobangebot im Vertrieb annehmen.

Ihre Meinung

Wie ist Ihre Erfahrung? Welche Mittel wenden Sie an, um Stellenangeboten auf den Grund zu gehen? Ihre Tipps würde uns und andere Leser sehr interessieren. 

Jan Benedict, ist der Gründer von SalesEngineer.careers. Er ist seit nunmehr 20 Jahren im Umfeld komplexer B2B-Vertrieb – als Personalberater für technische Vertriebspositionen und als Account Executive – tätig. In dieser Zeit hatte er die Möglichkeit, sowohl mit vielen erfolgreichen mittelständischen „Hidden Champions“ aus den Bereichen Maschinenbau, Automatisierung und Elektronik als auch mit internationalen Großkonzernen zusammenzuarbeiten.

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